|
Thailand schiebt Angehörige der Hmong-Minderheit nach Laos ab |
|
|
|
|
Montag, den 28. Dezember 2009 um 10:46 Uhr |
|
Asylsuchende fürchten politische Verfolgung
Khek Noi, ut - Dezember (AFP) - Ungeachtet internationaler Kritik hat die thailändische Armee damit begonnen, tausende Asylsuchende der ethnischen Hmong-Minderheit in das kommunistische Laos abzuschieben.
Der Einsatz habe am Montagmorgen im Auffanglager im Dorf Huay Nam Khao in der nordostthailändischen Provinz Phetchabun begonnen, sagte Oberst Thana Charuvat vor Journalisten. Rund 5000 Soldaten, Beamte und zivile Helfer seien vor Ort, um die dort lebende Gruppe von mehr als 4000 Angehörigen der Hmong in Fahrzeuge zu bringen. Ein AFP-Fotograf berichtete, wie sich Sicherheitskräfte mit Schlagstöcken und Schutzschilden auf den Weg in das Lager machten.
Die US-Regierung kritisierte die Entscheidung zur Abschiebung als "ernsthafte Verletzung" der internationalen Menschenrechte. Washington fordere Bangkok dazu auf, den Einsatz zu beenden, hieß es in einer Erklärung von Außenamtssprecher Ian Kelly. Darin forderten die USA zugleich Laos auf, die Hmong menschenwürdig zu behandeln und internationalen Beobachtern Zugang zu gewähren.
Die Hmong befürchten, in Laos politisch verfolgt zu werden, da sie während des Vietnam-Kriegs an der Seite der USA gegen die Kommunisten kämpften. Viele leben seit mehr als 30 Jahren in Thailand. Die internationale Gemeinschaft geht davon aus, dass mehreren Hundert von ihnen der Status eines politischen Flüchtlings zuerkannt werden könnte. Dieser würde sie vor einer Abschiebung schützen. Allerdings gewährten die thailändischen Behörden dem UN-Flüchtlingshilfswerk keinen Zugang zu dem Lager.
Bangkok betrachtet die Hmong als illegale Einwanderer und erklärt die Abschiebung mit einem Vertrag mit Laos, der ihre Rückführung bis zum Jahresende vorsieht. Laut Oberst Thana sicherte Laos den Anführern der Hmong Amnestie zu. In Laos sind seit 1975 die Kommunisten an der Macht. |